Fluchtlingshilfe - März 2019

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3 Jahre
Flüchtlingshilfe
in der Pfarre Hl. Kreuz

2016 hat uns die Erzdiözese Wien ersucht, bei der Unterbringung von Flüchtlingen mitzuhelfen. Dies haben wir im Rahmen unserer caritativen Verpflichtung auch getan und 10 Flüchtlinge aus dem Irak in unserer Pfarre als Gäste aufgenommen.

Wir haben Ihnen nicht nur den erforderlichen Wohnraum zur Verfügung gestellt sondern sie auch materiell mit Lebensmitteln, Medikamenten, und bei der Erledigung von Amtswegen und Formalitäten sowie durch den Kauf von Fahrscheinen für den Besuch von Deutschkursen usw. unterstützt. Unsere Schützlinge danken auf diesem Wege aufrichtig für die Hilfe durch die Pfarrgemeinde.

Von ursprünglich 10 Mitbewohnern warten vier Asylwerber seit über zwei Jahren auf einen endgültigen Asylbescheid. Zwei weitere mit einem positiven Bescheid suchen seit Wochen eine Unterkunft und sind noch unsere Gäste. Die Anderen sind wieder in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. (Die langen Bearbeitungszeiten durch die Behörden können wir leider nicht verkürzen und damit beeinflussen. )

Die Pfarre und damit die Caritas hat über den langen Zeitraum von drei Jahren finanzielle Unterstützung für ein menschenwürdiges Leben unserer Mitbewohner geleistet. Die Mehrausgaben für die Pfarrcaritas belaufen sich auf etwa 13.000 Euro.

Das Projekt „Quartier Wiener Pfarren“ der Erzdiözese Wien, von dem wir Zuschüsse für Miete und Betriebskosten erhalten haben, ist in der Zwischenzeit ausgelaufen und wir sind mehr denn je auf Spenden von der Pfarrgemeinde angewiesen. Wir ersuchen alle um Ihre Unterstützung. Danke!
Für die Caritas Josef Novotný
IBAN der Pfarre AT10 4300 0453 0042 9003  Kennwort: Flüchtlinge

Asylquartier in unserer Pfarre….

Vor drei Jahren um diese Zeit haben in unserem Pfarrhaus eilige Umbauarbeiten stattgefunden. Auf einen Hilferuf unseres Kardinals reagierend, war die Idee endstanden, den Wohntrakt im ersten Stock so zu teilen, dass eine Wohnmöglichkeit für bis zu zehn Asylwerber entstehen könne.

Wir waren kaum fertig, da ging es auch schon los. 10 Männer zwischen 53 und 19 Jahren sind bei uns eingezogen. Große Sprachschwierigkeiten, verängstigte Nachbarn und ein Wust an Amtswegen, haben einiges an Kraft und Energie gekostet.

Ein eigener Alphabetisierungskurs im Haus, heldenhaft von Mariann Lachinger durchgeführt, hat uns auch menschlich nähergebracht. Einfach Zeit miteinander zu verbringen, hinhören auf all die traurigen Geschichten und doch immer wieder miteinander lachen können, manchmal nur aus Galgenhumor. Über zwei Jahre sind die Burschen auch noch von einer eigenen Caritasorganisation betreut worden. Für uns war das unendlich wichtig, da alleine der korrekte Umgang mit der Behörde, die Begleitung zu den entscheidenden Interviews, auf die manche über zwei Jahre warten mussten, für uns kaum bewältigbar waren. Mittlerweile wurde die gesamte Caritasunterstützung eingestellt, kein Vorteil für unsere Arbeit.

Drei der Männer sind von sich aus wieder nach Hause gefahren, vier haben einen positiven Asylbescheid erhalten und sind auf dem Weg in ein einigermaßen geregeltes Leben. Vier Männer warten nach einem in erster Instanz negativ abgelaufenen Verfahren auf die Behandlung ihres Einspruchs. Insgesamt wohnen noch sechs von ihnen bei uns.

Die Zeit ist wie im Flug vergangen, aber nur für uns, da wir mit der Begleitung unserer Mitbewohner ja eine Menge an Zeit zusätzlich auf unserem Wochenplaner geschrieben haben. Sprachschwierigkeiten gibt es kaum noch. Die Fassungslosigkeit über so manche Wortspende Menschen mit Migrationshintergrund betreffend, ist geblieben.

Ich habe in den vergangenen drei Jahre eine Menge über andere Religionen und Kulturen gelernt. Am meisten aber habe ich über den Menschen an sich gelernt. Ich wurde beschämt, überrascht, gekränkt, getröstet und immer wieder ermutigt. Nichts davon möchte ich missen. Und ich wünsche mir eine gute Zukunft für alle Menschen, egal woher sie kommen, oder wohin sie müssen, denn niemand verlässt sein Zuhause ohne schwerwiegende Gründe….
Birgit Brommer

 
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