Wunder-Geschenk - Juni 2019

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Wunder - Geschenk


Ganz selbstverständlich wächst, blüht, gedeiht vieles jetzt wieder in der Natur. Auf einer Heimfahrt von Hl. Kreuz nach Süssenbrunn entdeckte ich den Blauglockenbaum in der Schererstraße neben der U1-Station Leopoldau. Er blüht lila/blau in Kerzenform, bekommt dann dicke samtige große Blätter und im Herbst sind dann aus den Blüten kleine Glocken geworden. Geht der Wind, ist das „Läuten“, besser das „Scheppern“ der kleinen Kugel in der Hülse zu hören. Steht ganz öffentlich, gut sichtbar, viele Menschen sausen daran vorbei zur U- oder S-Bahn. Ich bin dankbar für die Freude, die ich dabei empfinde, solche „Wun-der“ zu sehen, je nach Möglichkeit kurz innezuhalten, und dann mit einem Lächeln des Weges weiterzugehen. Diese Naturgeschenke stehen einfach da, Freude zu machen, Nahrung und Schutz zu sein, sind für alle da, kostenlos, warten darauf, entdeckt zu werden. Das geht mir leicht zu.

Anders verhält es sich mit Bildern der Bibel und dem Umlegen auf mein Leben. Sind große Geschenke, kann ich nicht suchen, liegen nicht auf der Wiese, passieren ganz einfach.
Die Fastenzeit ist schon lange vorbei, wir feierten Ostern! Die Evangelien der Fastenzeit mit ihrem Aufruf, mein Leben, meine Lebensweise zu überdenken, gingen mir dieses Jahr anders unter die Haut und „arbeiten“ weiter. Hört die Fastenzeit eigentlich auf?

Nach Ostern begegnete Jesus den Jüngern. Thomas war nicht dabei. Seine Wunden wollte er sehen/berühren. Und Jesus gab ihm die Möglichkeit. Mein Denken ging immer in diese Richtung, dass Jesus nach Kreuzigung/Tod und Auferstehung da ist, mir eine Möglichkeit schenkt, ihm und somit seinem Vater näherzukommen. Eine Bitte reicht.

Wir haben diese Bibelstelle in der PGR-Sitzung gelesen/miteinander geteilt. Es ist so bereichernd, die Sichtweisen/Zugänge anderer zu hören/zu kennen. Es kamen die Wunden ins Gespräch. Klar, Jesus erschien mit seinen Wunden. Jesus starb und wurde auferweckt. Er lebt. Er lebt mit seinen Wunden. Gott hat seine Wunden nicht ausradiert, gelöscht, ungeschehen gemacht. Jesus begegnet seinen Jüngern ohne Vorwürfe, Vorbehalte. Er nahm sie wie sie waren und ging ihren Weg mit ihnen weiter.

Das kam mir kurz danach in den Sinn, als meine Schwester ihren 50sten Geburtstag feierte. Eine große, schöne Feier. Ganz natürlich gab es einen Rückblick auf ihr Leben. Einige Bilder ließen unsere gemeinsame Kindheit aufleben. Und alte „Wunden“ brachen auf. Aber plötzlich eröffnet sich für mich ein neuer Zugang mit diesem Bild von vorhin.

Habe wieder einmal die Erfahrung gemacht, dass das Lesen/Verstehen der Bibel kein Kinderspiel ist, aber sehr viel Möglichkeit bietet, Lebenssituationen mit Gottes/Jesu Hilfe neu anzugehen, neu zu sehen, sie anders annehmen zu können. Ist ein Weg, eine Entwicklung.
Mariann Lachinger
 
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