Erlösung - April 2021

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Erlösung

 

"Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst". Karwoche, Ostern. Bei jeder Station der Kreuzwegandacht wird dieser Satz gesagt. Sagt er uns noch etwas?
Was heißt "erlöst"? Wovon? Von unseren "Sünden"? Von der "Erb-sünde"? Wir verwenden in der katholischen Kirche immer noch Worte und Begriffe aus der Vergangenheit, deren Bedeutung wir eigentlich nicht mehr verstehen. Schon im Neuen Testament versteht jeder der Autoren etwas anderes darunter. Matthäus: "Erlösung von unserer Schuld"; Markus: Loskauf aus der Macht des Bösen (der Dämonen); Lukas: Jesus zeigt uns einen Weg, wie wir in dieser Welt sinnvoll leben können; Paulus redet von "Rechtfertigung durch den Glauben": Gott nimmt uns, wie wir sind, ohne Bedingungen zu stellen.
Warum "durch das Kreuz(opfer)"? Gab es da keine andere Möglichkeit? Hat Gott diesen schmählichen Tod von Jesus verlangt als "Sühneopfer", damit wieder "Versöhnung" mit ihm möglich ist? War der Tod von Jesus nicht eher die Konsequenz seines

kompromisslosen Lebens, seiner Treue zu Gott, trotz schmerzhaften Todes? Es ist ja nicht so, dass Jesus nur für uns gestorben wäre, er hat für uns gelebt! Hat er uns nicht an erster Stelle durch sein Leben "erlöst"?
Überall dort, wo wir aus Engpassen, Ängsten, schweren Belastungen herauskommen, machen wir Erfahrungen von "Erlösung". Hat Jesus uns nicht durch seine Lebensweise, seine Worte und Taten, den Weg gewiesen zu einem von Angst und Tod befreitem Leben mit Gott? Haben wir durch Jesus nicht Gott kennengelernt als einen "barmherzigen Vater", der seinen Sohn bedingungslos aufnimmt, ohne über seine "Schuld" zu reden?
Einer hat es so formuliert: "Für mich heißt Erlösung das Bewusstsein, am Ende von Gott in die Arme genommen zu werden." Frohe Ostern!

Ihr Pfarrer
P. Julius Saeys osc


 
 
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