Woran soll man unser Christsein erkennen? - Juni 2022

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Woran soll man unser Christsein erkennen?

 

Woran sollen Menschen erkennen können, dass wir Christen sind? Jesus sagte: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe... Daran sollen andere erkennen können, dass ihr wirklich meine Anhänger seid.“ Ist das auch unsere Meinung. Nicht nur eine Meinung, sondern ist es das, was wir anstreben?
Das hat nichts mit Gefühlsduselei zu tun,  jedem um den Hals fallen. Jesus hat es symbolisch auf den Punkt gebracht, indem er seinen Freunden die Füße gewaschen hat, d.h. indem er ihnen einen elementaren, niedrigen Dienst erwiesen hat, auf ihr Wohl bedacht war, sich dafür eingesetzt hat. Füreinander da sein!
Das tun wir, wenn wir einander in unserem Reden und Handeln wertschätzen, anerkennen, Interesse füreinander zeigen. Leider ist es oft so, dass wir jahrelang, jeden Sonntag, in der Kirche nebeneinandersitzen und trotzdem einander nicht kennen, nicht einmal beim Namen.
Es beginnt schon damit, dass wir einander grüßen, zuhören, füreinander Zeit nehmen. Dort wo unter uns eine Atmosphäre der Herzlichkeit herrscht. Wenn wir einander vielleicht einmal einladen oder besuchen.
Wir zeigen, dass wir einander lieben, wenn wir an erster Stelle das Gute im anderen loben, statt immer wieder das Negative von ihm weiterzuerzählen.
Es heißt, ihm helfen, wenn er sich in irgendeiner Not befindet, ihm in Freundschaft begegnen, ihn in seinem Anders-Sein akzeptieren. Da darf es ruhig auch Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen geben, aber die freundschaftliche Beziehung bleibt erhalten. Man sagt sich dann gegenseitig ehrlich die Meinung, aber ohne den anderen zu verletzen oder zu verurteilen.
Einander lieben heißt, fähig sein, die Schwächen und das Versagen voneinander auszuhalten. Und gerade in Situationen, wo wir aneinander schuldig werden, verzeihen und sich versöhnen können, ohne nachtragend zu sein, und die Fehler des anderen immer wieder neu zur Sprache zu bringen.
Und die letzte Begründung, dass wir einander lieben sollen ist: Weil Gott jeden Einzelnen von uns liebt, wie sein Kind annimmt, so wie wir sind.
Trauen wir uns, an so eine christliche Gemeinschaft zu glauben und uns dafür einzusetzen? Trauen wir uns, so miteinander umzugehen, dass Außenstehende spontan sagen: „Seht, wie sie einander lieben?“ Dann erst haben wir verstanden, worum es Jesus gegangen ist, was es heißt, Christ zu sein.
Ihr Pfarrer

P. Julius Saeys osc



 
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