Ruhestand? - Sept 2022

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Ruhestand?

 

Weil ein neues Projekt geplant ist - „Pfarre Neu“ mit 5 Gemeinden - ist das der Anlass, in den „Ruhestand“ zu gehen. Am 1. September 1973 bin ich in Wien angekommen, praktisch als „Neupriester“ (am 23. Dezember 1972 wurde ich zum Priester geweiht). Als Kaplan begann ich ein neues Leben in der Pfarrpastoral, mit allem was dazugehört (Eucharistiefeiern, Predigten, Taufen, Trauungen, Krankenkommunion,  Erstkommunions- und Firmvorbereitung, zuerst zwei Jahre Religionslehrer in der Schule Dopschstraße, dann fünf Jahre im Gymnasium in der Ödenburgerstraße, Jugendarbeit in der Großfeldsiedlung... Spannende Jahre!
Am 1. September 1981 habe ich dann, auf Wunsch vom Pater Provinzial, die Pfarre Großfeldsiedlung als Pfarrer übernommen. Das  Pfarrleben war damals ziemlich „turbulent“ mit vielen (Tanz-)Festen und Märkten. Ich versuchte überall dabei zu sein. Einmal habe ich sogar bei einem Kirtag „Belgische Waffeln“ gebacken.

Die Arbeit mit den verschiedenen Pfarrgemeinderäten war mir ganz wichtig. Nach meinen Vorstellungen sollte ein Pfarrgemeinderat immer der „Motor“ des Pfarrlebens sein. Er sollte immer neue Impulse geben. Die „Gemeindetheologie“ stand in den Achtziger- und Neunziger-Jahren im Mittelpunkt. Deswegen waren auch die jährlichen „Gemeindesonntage“ so wichtig und auch die Klausurwochenenden mit den Pfarrgemeinderäten.
In 1984 wurde die Pfarre Großfeldsiedlung in zwei Pfarren aufgeteilt: Pfarre Hl. Kreuz und Pfarre Don Bosco. Ich war dann nur noch Pfarrer in Hl. Kreuz. Aber - Schicksal? - die Pfarre Don Bosco hat mich 2001 wieder „zurückgeholt“.
In den vielen Gesprächen war immer wieder von der Pfarre als „Gemeinschaft“ die Rede. Ich bin da immer kritischer geworden, denn eine „Gemeinschaft“ findet man - in unterschiedlichsten Formen - auch woanders. Mir ist immer wichtiger geworden: Die Pfarre soll eine Glaubens-Gemeinschaft sein, wo man den christlichen Glauben lernen, erfahren, vertiefen und praktizieren kann. Das ist das Ziel und die Aufgabe. Ich habe immer wieder versucht, das zu vermitteln.

Ich bin allen dankbar mit denen ich zusammenarbeiten konnte und die mir geholfen haben, meinen eigenen Glauben zu vertiefen. Die vielen Bibelrunden haben da sicher gut mitgeholfen.
Nach 49 Jahren Pfarrpastoral „Ruhestand“? So ganz kann ich mir das nicht vorstellen. Ich bleibe in der Nähe durch (gelegenliche) Messfeiern, durch Bibelrunden, Singen.....

Ihr Alt-Pfarrer
P. Julius Saeys osc

 
 
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