CHRISTMETTE
Weihnachten ist fast in jedem Mund. Jeder will Weihnachten feiern. Aber wenn ich dann zusehe, wie man feiert, dann kommt es mir vor, als ob ich da eine große Leere spüre. Man feiert, aber man weiß nicht was man feiert. Ein Fest ohne Inhalt. Deswegen ruft man künstlich aufgebauschten, und vorgespielten romantischen Gefühlen auf. Man wird rührselig und das wird dann, Wochen lang, kräftig unterstützt durch die Werbung, durch die Medien und die Geschäftswelt. Weihnachten wird zum wichtigsten Wirtschaftsfest.
Wenn ich den Geburtstag eines Menschen feiere, - und zwar von ganzem Herzen -, dann zeige ich dadurch, dass dieser Mensch mir wichtig ist, dass ich ihn schätze, achte. Ich feiere nicht den Geburtstag eines Menschen, mit dem ich mich nicht verstehe oder der mir sogar egal ist.
Wenn ich wirklich Weihnachten feiere, dann aus einer wirklichen inneren Überzeugung heraus: „Jesus, du bist mir wichtig. Du bist für mich mehr als ein „guter, moralisch hochstehender Mensch“, mehr als ein gutes Beispiel. Es gibt ja viele gute Menschen und gute Beispiele. Du aber bist faszinierend durch die Art und Weise, wie du zu Gott stehst und von ihm redest. Und so zeigst du uns den Weg zum echten Leben, zu einem Leben mit Gott. Weihnachten ist ein Glaubensfest. Durch Jesus bekommt unser Leben Inhalt, einen tieferen Sinn. Deswegen ist er unser „Retter“. „Jesus, der Retter ist da“, werden wir noch singen.
Jesus lebte in einer überraschenden, nie da gewesenen engen und intimen Beziehung zu Gott. Er war Gott so nahe, dass er von sich sagen konnte: „Wer mich sieht, sieht Gott, den Vater“, und: „Ich und der Vater sind eins“. Wenn ich Jesus wirklich verstehe und ernst nehme, bekomme ich eine richtige Ahnung von Gott. Jesus hat nicht nur etwas behauptet, sondern er hat es glaubhaft gemacht, durch seine ganze Lebensweise, in Wort und Tat.
Und deswegen haben Menschen dann auch gesagt: Durch Jesus hat Gott zu uns gesprochen, sich mitgeteilt, sich zu erkennen gegeben als ein Gott, der zu uns steht. Er hat Gottes Zuneigung zu uns spürbar gemacht. Dieser Gott ist nicht ein Gott mit drohendem Zeigefinger, der die Menschen für ihre Fehler bestrafen will und sie auf ewig verdammt. Dieser Gott möchte, dass wir, schwache, fehlerhafte Menschen, auf immer mit ihm verbunden sind.
Das ist eine Vorstellung von Gott, die aufatmen lässt, befreiend wirkt. In Jesus hat Gott eine Brücke zu uns geschlagen. Gott ist auf uns zugekommen. Er hat ein menschliches Gesicht bekommen, so dass ich mir unter Gott etwas vorstellen kann. Er hat durch Jesus eine Sprache gesprochen, die ich verstehen kann.
Ja, wir feiern Weihnachten. Wir bekennen uns zu Jesus und seiner Lebensweise, obwohl wir genau wissen, dass uns eine ähnliche Lebensweise nur bruchstückhaft gelingt. Aber es ist die richtige. Wenn wir mit dieser Einstellung sein Geburtstagsfest feiern, wird Weihnachten wirklich zu einem Fest der Freude, des Friedens und der Liebe. Weihnachten ist an erster Stelle ein Fest des Glaubens. Und das wünsche ich jedem, zu dem ich sage: „Frohe, gesegnete Weihnachten!“